Läufer (Schach)[ bearbeiten ]



Läufer fallen in die Kategorie Leichtfigur oder Offizier. Im Schachspiel sind zu Beginn einer Partie jeweils zwei weiße und zwei schwarze Läufer auf dem Brett. Jede Partei hat jeweils einen weißfeldrigen und einen schwarzfeldrigen Läufer. Läufer ziehen auf den Feldern der eigenen Farbe diagonal über das Brett. Über andere Figuren hinweg dürfen sie nicht ziehen. Läufer stehen wirkungsvoll, wenn möglichst viele Felder des Brettes im nächsten Zug als Zielfeld dienen können.
Stark ist ebenfalls ein Läuferpaar, das in der Regel einem Springerpaar oder einem Läufer und Springer überlegen ist. Läufer sind schnelle Figuren, die in einem Zug von einer Brettseite zu anderen gelangen können, wenn alle dazwischenliegenden Felder frei sind.
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Von ungleichfarbigen Läufern spricht man, wenn Weiß einen schwarzfeldrigen Läufer besitzt und Schwarz einen weißfeldrigen Läufer sein Eigen nennt oder umgekehrt. Im Mittelspiel bieten ungleichfarbige Läufer im Angriff auf den gegnerischen König zusammen mit Dame und / oder Turm ein vorteilhaftes Spiel, weil die Partei praktisch eine Figur im Vorteil ist (wenn der Läufer schwache Felder oder Bauern angreift, kann der gegnerische Läufer sie nicht verteidigen). Im Endspiel dagegen ermöglichen ungleichfarbige Läufer oft trotz Materialnachteil ein Remis.

Ein Läufer kann sich diagonal über eine beliebige Anzahl von Feldern bewegen.

In der Grundstellung und zu Beginn der Eröffnung unterscheidet man den Damenläufer und den Königsläufer.
Der weiße Damenläufer steht zu Spielbeginn auf dem Feld c1, der schwarze spiegelverkehrt auf c8.
Der weiße Königsläufer steht zu Spielbeginn auf dem Feld f1, der schwarze spiegelverkehrt auf f8.

Die beiden Damenläufer können sich niemals gegenseitig im Spiel bedrohen oder schlagen, da der weiße Damenläufer sich nur auf schwarzen, der schwarze Damenläufer sich dagegen nur auf weißen Feldern bewegt.
Entsprechendes gilt für die beiden Königsläufer.

Der Wert eines Läufers entspricht mit 3 Bauerneinheiten in etwa dem eines Springers. In offenen Stellungen ist der Läufer dem Springer wegen der größeren Reichweite meistens überlegen. Der Nachteil von Läufern ist allerdings, dass sie sich nur auf einer Farbe fortbewegen können.

Im Schach der Inder, Perser und Araber gab es den Läufer in seiner heutige Form noch nicht: an seiner Stelle gab es die Figur des Fil (arabische Bezeichnung für Elefant). Seine Reichweite beschränkte sich auf das dritte Feld seiner Diagonale, womit seine Zugweise starke Parallelen zum Springer aufwies. Dargestellt wurde der Fis durch zwei nach oben ragende symbolisierte Stoßzähne eines Elefanten. Mit der Einführung des Spiels in Europa wurde dies jedoch umgedeutet: Die Franzosen interpretierten es als Narrenkappe (daher die französische Bezeichnung "le fou" (der Narr); im englischen wurde daraus die Form einer Mitra (daher die englische Bezeichnung "bishop").



König - Dame - Läufer - Springer - Turm - Bauer



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Artikel Nr 878 / letzte Änderung am 01.07.2005, 22:04Uhr

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