Emanuel Schiffers[ bearbeiten ]

NacEmanuel Stepanowitsch Schiffers (russisch Эммануил Степанович Шифферс, wiss. Transliteration Emanuil Stepanovi iffers; * 4. Mai 1850 in St. Petersburg; † 29. November 1904 in St. Petersburg) war ein russischer Schachmeister.

Schiffers war Sohn nach St. Petersburg eingewanderter deutscher Eltern. In St. Petersburg besuchte er von 1860 bis 1867 das Gymnasium und studierte hier 1867 bis 1871 Naturwissenschaften. Anschlieend wurde er Hauslehrer.

Diesen Broterwerb gab er, ein Polyglott, der flieend Russisch, Deutsch, Franzsisch und Englisch sprach, allerdings bald fr das Schachspiel, das er bereits als 15-Jhriger kennengelernt hatte, auf. Als er 1873 das erste Mal mit Michail Tschigorin, noch unter Vorgabe, spielte, war er bereits der beste Schachmeister Russlands.

Schiffers galt als ein uneigenntziger Mensch, der sein Wissen gerne weitergab. Er ist als einer der ersten Schachlehrer Russlands in die Geschichte eingegangen, 1889 hielt er als erster eine ffentliche Vorlesung zur Schachtheorie. Er fhrte Schachspalten in verschiedenen St. Petersburger Zeitungen und der Zeitschrift Niwa. Von 1894 bis 1898 war er Herausgeber und Redakteur der Schachzeitung Schachmatny Schurnal. Er verffentlichte in Fortsetzungsartikeln in seinen Schachspalten den Samoutschitiel schachmatnoj igry Der Autodidakt des Schachspiels, der nach seinem Tode 1907 in St. Petersburg als Buch herauskam und bis in die sowjetische Zeit (1926 nochmals in einer Bearbeitung durch Nenarokow) ein beliebter Leitfaden blieb, der viele Auflagen erlebte.

Schiffers gewann Wettkmpfe gegen A. Chardin (1874), F. Amelung (1877), J. Schmidt (1879), A. Alapin (1879), N. Mitropolski (1890) und andere.

In seinem Schler Tschigorin wuchs Schiffers ein bermchtiger Konkurrent heran. 1878, in ihrem ersten Wettkampf ohne Vorgabe, verlor Schiffers mit 3-7 (+3-7=0), doch gewann er den zweiten Wettkampf (ebenfalls 1878) mit 7,5-6,5 (+7-6=1). Die beiden russischen Meister spielten noch vier weitere Wettkmpfe (1879, 1880, 1895 und 1897). Schiffers war stets der Unterlegene.

Im Jahre 1896 besuchte Wilhelm Steinitz Russland und spielte in Rostow am Don einen Wettkampf mit Schiffers. Schiffers unterlag mit dem ehrenvollen Resultat von 4,5-6,5 (+4-6=1).

Schiffers nahm an insgesamt acht groen internationalen Turnieren teil. Sein bestes Resultat erzielte er in St. Petersburg 1879 (3. Platz). Ebenfalls ein erwhnenswert gutes Ergebnis gelang ihm in Hastings 1895, wo er Sechster wurde. Er spielte gleichfalls bei den beiden ersten All-Russischen Meisterschaften, 1899 und 1900/1901 mit und wurde beide Male Zweiter hinter Tschigorin.

Seine beste historische Elo-Zahl betrug 2672. Diese erreichte er im November 1896.

In seinen letzten Lebensjahren zog sich Schiffers, der immer strker an Depressionen litt, vom Schach und den Menschen zurck. Nachdem er sich durch einen Sturz schwere Verletzungen zugezogen hatte, erholte er sich nicht mehr und starb bald darauf.


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Artikel Nr 1115 / letzte Änderung am 25.05.2006, 23:23Uhr

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