Indische Verteidigung[ bearbeiten ]

Bei der Indischen Verteidigung handelt es sich um einen Sammelbegriff für bestimmte Eröffnungen des Schachspiels. Die Indischen Verteidigungen zählen zu den Geschlossenen Spielen und beginnen mit den Zügen:

1. d2-d4 Sg8-f6
2. c2-c4

Geschichte


Die Namensgebung stammt von Savielly Tartakower, der zu Beginn der zwanziger Jahre des 20. Jahrhunderts diese Bezeichnung popularisierte. "Er unterschied zunächst (...) eine Alt-Indische und eine Neu-Indische Eröffnungsweise, je nachdem Schwarz im zweiten Zuge mit d6 bzw. e6 fortsetze," schrieb die Neue Wiener Schachzeitung 1922. Tartakower selbst teilte über seine Namensgebung in seinem Buch Die Hypermoderne Schachpartie mit: "Obwohl diese Verteidigung (...) bereits in der ersten Hälfte des vorherigen 19. Jahrhunderts von indischen Brahminen gepflegt wurde und später insbesondere von Louis Paulsen, Riemann und Tschigorin angewandt wurde, ist sie besonders von den Neuromantikern Nimzowitsch und Bogoljubow, Aljechin und Réti ausgestaltet worden". In der Literatur des 19. Jahrhunderts wurde nur der Spielanfang 1. e2-e4 d7-d6 2. d2-d4 g7-g6 als "Indische Verteidigung" bezeichnet. Daneben bestand die Bezeichnung "Indische Eröffnung" für 1. e2-e4 e7-e5 2. d2-d3. Diese Spielweisen wurden bekannt, nachdem der Brahmane Moheschunder Bannerjee aus Kalkutta sie in seinen Partien gegen John Cochrane angewendet hatte. Diese Partien wurden während Cochranes Jahrzehnte währenden beruflichen Aufenthaltes Mitte des 19. Jahrhunderts in Indien gespielt und später von dem Briten überliefert. Durch Zugumstellungen entstanden in diesen Partien gelegentlich Stellungen, die später, nachdem dieser Name eingeführt worden ist, als "Königs-Indisch" bekannt waren.

Ideen


Der Zug 1. ... Sg8-f6 verhindert, wie auch 1. ... d7-d5, die Bildung eines weißen Bauernduos auf d4 und e4. Schwarz verzögert jedoch die Festlegung der eigenen Bauernstruktur. Auch wenn aus der Grundstellung der Indischen Verteidigung je nach (weißen wie schwarzen) Fortsetzungen sehr verschiedene Eröffnungen resultieren können, gibt es doch gemeinsame Charakteristika. So nimmt Schwarz oft ein überlegenes weißes Bauernzentrum in Kauf, auf welches Schwarz Figurendruck ausübt. Der Komplex der Indischen Verteidigungen ist geprägt von z.T. sehr komplizierten Zugumstellungsmöglichkeiten.

Indische Eröffnungen



Literatur


  • Savielly Tartakower: Indisch. Aus der Werkstätte einer Eröffnung. Verlag B. Kagan, Berlin 1924
  • Luděk Pachmann: Geschlossene Spiele: Indische Verteidigungen, 3. Auflage, Edition Olms, Zürich 1997
  • Chessbase (Hg.): Chessbase Tutorials: Indische Verteidigungen DVD, Chessbase Verlag, Hamburg 2011


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Artikel Nr 1412 / letzte Änderung am 30.01.2013, 06:53Uhr

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