Johann Berger[ bearbeiten ]

Johann Berger (* 11. April 1845 in Graz; † 17. Oktober 1933 ebenda) war ein österreichischer Schachspieler und -theoretiker.

Im Hauptberuf war er Direktor der Grazer Handelsakademie und Professor an der Technischen Hochschule. Er unterrichtete dort Handelsrecht und Buchhaltung.

Zwischen 1880 und 1908 nahm er an einer Vielzahl von Schachturnieren teil, konnte allerdings kein einziges gewinnen, sondern platzierte sich meist im Mittelfeld. Mehrfach kündigte er deshalb seinen Rückzug aus der Turnierarena an, wurde aber immer wieder rückfällig. Sein letztes Turnier spielte er 1931 in Brünn.

Er betätigte sich auch in anderen Bereichen des Schachspiels. Im Fernschach gewann er das zwischen 1889 und 1892 durchgeführte Turnier der Zeitschrift Monde Illustré. Zum Problemschach veröffentlichte er das Buch Das Schachproblem und dessen kunstgerechte Darstellung (1884). Auch ein Schachlehrbuch mit dem Titel Katechismus des Schachspiels (1891) stammt aus seiner Feder. Außerdem entwickelte er ein unter dem Namen Sonneborn-Berger-System bekanntes Wertungssystem, das noch heute in Schachturnieren angewandt wird, um eine Rangfolge punktgleicher Spieler festzulegen. Von 1898 bis 1911 war er Herausgeber der angesehenen Deutschen Schachzeitung. Dort veröffentlichte er auch einige Eröffnungsanalysen, insbesondere zur Spanischen Partie.

Einen ausgezeichneten Ruf hatte er als Endspieltheoretiker. Sein Hauptwerk Theorie und Praxis der Endspiele erschien erstmals 1890 und in einer zweiten, vermehrten Auflage 1922 (Reprint 1981, ISBN 3-283-00076-X). An diesem Buch arbeitete er nach eigener Aussage sieben Jahre lang. Kurz vor seinem Tode erschien 1933 noch ein Heft mit Nachträgen. Er fasste das gesamte damalige Wissen über Endspiele zusammen und führte einige neue Begriffe ein, so z.B. das sogenannte Bergersche Quadrat, eine Methode zur Vereinfachung der Berechnung von Bauernendspielen. Sein Buch galt als Standardwerk, bis André Chéron ab 1955 das vierbändige Lehr- und Handbuch der Endspiele veröffentlichte.

Literatur
  • Helmut Roth: Der Schachkomponist. Johann Berger als Schachtheoretiker und Partiespieler, Leopold Stocker Verlag, Graz 1982 (ISBN 3-7020-0419-X)


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Artikel Nr 1096 / letzte Änderung am 11.07.2005, 13:40Uhr

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