Erich Eliskases[ bearbeiten ]

Erich Eliskases; (* 15. Februar 1913 in Innsbruck; † 2. Februar 1997 in Córdoba/Argentinien) war ein bedeutender österreichischer und argentinischer Schachmeister des 20. Jahrhunderts.

Eliskases studierte zunächst Welthandel in Wien, brach sein Studium aber zugunsten des professionellen Schachspielens ab.

Bereits als 16-jähriger teilte er sich bei der Österreichischen Meisterschaft in Innsbruck 1929 den ersten Platz und durfte ein Jahr später, 1930, Österreich bei der Schacholympiade in Hamburg vertreten. Sein hervorragendes Ergebnis (+8 -1 = 6) ließ die Schachwelt aufhorchen. 1932 besiegte er Rudolf Spielmann in einem Wettkampf mit 5,5-4,5 (+3-2=5). Im Laufe der 30er Jahre entwickelte er sich zu einem der besten Spieler der Welt und nahm an jedem wichtigen Turnier teil. Seine erfolgreichste Phase brach Ende der 30er an, als er in Zürich und Swinemünde 1936 sowie in Nordwijk 1938 (vor Paul Keres und Max Euwe), Mailand 1939 und Bad Harzburg 1939 siegte.

Nach dem "Anschluß" Österreichs gewann er 1938 und 1939 die Meisterschaften des Großdeutschen Schachbundes. In einem 1939 organisierten Wettkampf gegen Efim Bogoljubow siegte er mit 11,5-8,5 (+6-3=11).

Als Mitglied der Großdeutschen Olympiamannschaft kam er 1939 zur Schacholympiade nach Buenos Aires, als während des Turniers der Zweite Weltkrieg ausbrach. Nachdem sie die deutsche Mannschaft zum Sieg bei der Olympiade geführt hatten, kehrten er und seine Mannschaftskameraden Ludwig Engels (1905-1967), Paul Michel (1905-1977), Albert Becker (1896-1984) und Heinrich Reinhardt (1903-1993) nicht mehr nach Europa zurück, sondern begannen ein neues Leben in Südamerika. In der Folge spielte er noch viermal bei Schacholympiaden für Argentinien.

In den 40er Jahren, überschattet von Existenzsorgen, die ihn wieder in bürgerliche Berufe zwangen, konnte Eliskases nicht mehr an seine früheren schachlichen Erfolge anknüpfen. Er gewann noch 1948 in Mar del Plata (vor Stahlberg und Najdorf). 1951 ließ er sich in Córdoba nieder und konnte sich für das Interzonenturnier 1952 in Stockholm-Saltsjöbaden qualifizieren. Sein 10. Platz bei 21 Teilnehmern machte deutlich, daß seine beste Zeit endgültig vorüber war. Die FIDE verlieh ihm im gleichen Jahr den Großmeistertitel.

Sporadisch nahm er noch bis in die 70er Jahre an Turnieren teil. 1997 starb er in seiner Wahlheimat. Ein von ihm 1941 verfaßtes Buch erschien 2000 unter dem Titel Stellungsspiel (ISBN 3-88502-023-8) erstmals in deutscher Sprache.


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Artikel Nr 295 / letzte Änderung am 23.06.2005, 23:56Uhr

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