Schachvarianten[ bearbeiten ]

Eine Schachvariante ist jedes Spiel, das von Schach abgeleitet ist oder mit Schach verwandt ist. Eine Schachvariante kann ähnlich zu Schach sein oder sehr verschieden.
Grundsätzlich gilt, dass eine Schachvariante eine neues Spiel mit anderen Spielregeln als Schach definiert, auf das die bewährten Schachstrategien nicht ohne Änderungen übertragen werden können.

Neben den aus dem modernen europäischen Schachspiel abgeleiteten Varianten gibt es auch noch solche, die sich in Asien in einer eigenständigen Entwicklungslinie aus dem indischen "Ur-Schach" Tschaturanga entwickelt haben -- die bekanntesten noch heute gepflegten sind das chinesische Xiangqi, das japanische Shogi und das thailändische Makruk.


Bekannte europäische Schachvarianten

Andernach-Schach

Die Figur, die schlägt, wechselt die Farbe (der König ausgenommen). Diese Variante ähnelt ein wenig dem japanischen Shogi.

Atomschach

Bei dieser Variante werden, wenn ein Stein geschlagen wird, gleichzeitig alle Steine (auch eigene) auf unmittelbar benachbarten Feldern vom Brett genommen, wie nach der Detonation einer Atombombe.

Bauernschach

Beim Bauernschach wird nur mit Bauern gespielt.

Crazyhouse oder Einsetzschach

Crazyhouse ist eine dem Tandemschach ähnliche Variante, mit dem einzigen Unterschied, dass nur zwei Spieler gegeneinander spielen. Schlägt ein Spieler die Figur seines Gegners, wird ihm die entsprechende Figur in seiner eigenen Farbe ausgehändigt, die er nach den gleichen Regeln wie beim Tandem einsetzen darf. Diese Variante ist auf einem realen Schachbrett kaum praktikabel, da ein zweiter Figurensatz benötigt wird, im Internet jedoch sehr beliebt, weswegen auch keine populäre deutsche Bezeichnung für die Variante existiert.

Dark Chess

Dark Chess benötigt einen Computer und wird gern über das Internet gespielt. Es ist ganz klassisches Schach, nur mit dem entscheidenden Unterschied, dass man nur Felder sieht, die man im nächsten Zug erreichen kann.

Fischer-Random-Chess

Gemäß einer Idee des ehemaligen Schachweltmeisters Fischer wird eine von 960 möglichen Ausgangsstellungen ausgelost. Damit möchte man vermeiden, dass auswendig gelernte Eröffnungszüge zum Vorteil führen. Diese Variante des Schachs wird auch Chess960 genannt. Der Nachteil dieser Variante ist, daß möglicherweise Weiß einen signifikanten Vorteil erhält.

Kriegspiel
Beim Kriegsspiel sehen beide Spieler nur die eigenen Figuren.

Märchenschach

Beim Märchen- oder Feenschach gibt es zusätzliche Figuren mit besonderen Zugmöglichkeiten, die meist Kombinationen der normalen Zugarten sind. Weit verbreitet ist das Janusschach, das auf einem 10x8-Brett gespielt wird. Neben zwei zusätzlichen Bauern erhält jeder Spieler zwei Janus oder auch Kardinal genannte Figuren, die sowohl wie ein Läufer als auch wie ein Springer ziehen können. Der Janus wird in der Grundstellung zwischen Turm und Springer aufgestellt. Da er als einzige Figur auf dem Brett ohne Hilfe einer anderen Matt setzen kann, stellt er, insbesondere bei Mattangriffen, eine interessante Bereicherung des Spiels dar. Ebenfalls populär sind Capablanca Chess (1940), wobei einer der Janus durch einen Kanzler (zieht wie Turm und Springer) ersetzt wird, und dessen moderne Weiterentwicklung Gothic Chess. Märchenschach führt in der Praxis trotz oft größerer "Spielfelder" und mehr Figuren oft zu kürzeren und besonders taktisch anspruchsvollen Partien.

Maharadscha

Ein Spieler stellt die Figuren wie üblich auf, der andere besitzt nur eine Figur, den Maharadscha. Dieser wird wie die Kombination Dame-Springer (absolute Dame) gezogen und darf auf ein beliebiges Feld, das nicht bereits von einem Bauern bedroht wird, gesetzt werden. Der Maharadscha gewinnt, wenn er den König mattsetzt. Bauern dürfen in diesem Spiel nicht verwandelt werden.

Massenschach

Zwei Spieler spielen auf einem normalen Schachbrett mit der normalen Anfangsaufstellung; die
Figuren behalten ihre normale Gangart.
Allerdings darf der Spieler am Zug mit JEDER Figur bis zu einmal ziehen,
wodurch bis zu 16 Züge auf einmal gemacht werden können (es besteht aber kein Zugzwang).
"Dieses Spiel ist sehr dynamisch, und sein Hauptvorteil besteht darin, daß auf dem Brett die ungewöhnlichsten und märchenhaftesten Stellungen entstehen, die im gewöhnlichen Schach niemals erreichbar sind." (J.Gik, Schach und Mathematik.) Erfinder: A.Ratuschny.

Prestoschach

Sieger ist der Spieler, der zuerst Schach bieten kann. Wird auch "Schach bis zum ersten Schach" genannt.
Da Weiß in der üblichen Anfangsposition spätestens im fünften Zug siegen kann (1. Sc3 e6 2. Se4 Ke7 3. Sf3 usw.),
ist es ratsam, von einer anderen Position anzufangen (etwa die Bauern von c2/c7 nach c3/c6 zu stellen).
In jedem Fall ist das Spiel nach wenigen Zügen vorbei und von geringem theoretischen Interesse.

Räuberschach ("suicide") / Schlagschach

Beim Räuberschach ist das Spielziel, alle seine Figuren zu verlieren (alternativ: keine Züge mehr zur Verfügung zu haben). Es besteht Schlagzwang, d.h. wenn man am Zug ist und eine Figur des Gegners schlagen kann, so muss man auch eine Figur schlagen.
Schachgebot und Matt sind aufgehoben. Könige können geschlagen werden und durch Bauernumwandlungen wieder ins Spiel kommen. Gothic Chess gehört neben Fischer Random Chess inzwischen zu den beliebtesten Varianten.

Raumschach (auch: 3D-Schach)

Raumschach ist dem ebenen Schach sehr ähnlich (64 Felder, gleichen Figuren (auch mit gewohnter Anzahl, Gangart und Wertigkeiten), nur wird er auf drei übereinanderliegenden Brettern mit vier beweglichen Angriffsdecks gespielt. Eine Ebene besteht aus 16; ein Angirffsdeck aus vier Feldern. Jede Figur darf über Ebenen ziehen.

Setzschach

Zwei Spieler setzen nacheinander alle Steine beliebig aufs Brett, wobei folgende Regeln zu beachten sind:
  1. Die Position gesetzter Steine wird nicht mehr geändert.
  2. Bauern dürfen nicht auf der untersten oder der obersten Reihe stehen.
  3. Beide Läufer stehen auf unterschiedlich gefärbten Feldern.
  4. Kein Stein darf auf ein Feld gesetzt werden, das bereits bedroht ist.
  5. Wer nicht mehr setzen kann, hat verloren.

Tandemschach (Bughouse)

Aus 2 Spielern wird ein Team gebildet, wobei der eine die weißen Steine und der andere die schwarzen Steine in einer Partie mit einer Beschränkung der Bedenkzeit üblicherweise auf jeweils 5 Minuten für die ganze Partie führt. Die geschlagenen Figuren werden dabei dem Partner weitergegeben, der diese nach bestimmten Regeln wieder auf ein freies Feld des Brettes in seinem Spiel einfügen darf.

Vergabeschach

Schlagen ist Pflicht. Sieger ist derjenige, dessen König zuerst mattgesetzt ist oder der alle Steine bis auf den König verloren hat.

Verwandlungsschach

Schlagende Figuren nehmen den Typ der geschlagenen Figur an: Ein weißer Bauer, der eine schwarze Dame schlägt, wird zu einer weißen Dame. Schlägt der König eine Figur, zieht er wie die geschlagene Figur, bleibt aber ansonsten ein König, d.h. ist derjenige Stein, der mattgesetzt werden muss und Schachgeboten ausweichen muss.

Viererschach

Gegenübersitzende Spieler bilden eine Koalition. Die Zugweise ist wie üblich und erfolgt reihum. Falls der erste König einer Koalition mattgesetzt wird, muss er vom Brett genommen werden. Beim Matt des zweiten Königs dieser Koalition ist das Spiel verloren.

Zwei-Zug-Schach

Jeder Spieler zieht zweimal hintereinander. Wird dabei im ersten Teilzug Schach geboten, so muss auf den zweiten Zug verzichtet werden. Ein Schachgebot muss im ersten Teilzug pariert werden. Patt ist erreicht, wenn ein Spieler zwar noch einen ersten, aber keinen zweiten Teilzug mehr hat.

Zylinderschach

Zylinderschach ist Klassisches Schach auf 8x8 Feldern, nur mit dem entscheidenden Unterschied, dass A-und H-Linie, zumindest gedanklich, miteinander verbunden sind. Ein Springer kann also von H nach B springen.


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Artikel Nr 275 / letzte Änderung am 10.03.2008, 21:15Uhr

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