Wertungszahl (Schach)[ bearbeiten ]



Wertungszahlen im Schach sollen die Spielstärke von Schachspielern bewerten.

Bewertung von Schachspielern


Um die Spielstärke von Schachspielern – im Wesentlichen von Vereinsspielern – vergleichbar zu machen, ordnet man den Spielern Wertungszahlen zu. Diese Wertungszahlen werden entweder nach jedem Wettkampf oder Wertungsturnier neu ermittelt oder sie werden in regelmäßigen Perioden – etwa quartalsweise – neu berechnet und publiziert.

Auf internationaler Ebene wird die Elo-Zahl verwendet. Diese dient auch als Grundlage für die Verleihung von internationalen Titeln wie Großmeister. Elo-Zahlen des Weltschachverbands werden allerdings erst seit 1970 berechnet und veröffentlicht. Für Schachturniere vor dieser Zeit wurden aber auch verschiedentlich rückwirkend Ratingzahlen errechnet.

Auf nationaler Ebene gibt es aus historischen wie finanziellen Gründen viele länderspezifische Systeme.
In Deutschland gab es früher die Ingo-Wertung, die 1993 von der DWZ-Wertung abgelöst wurde. Der Schweizerische Schachbund berechnet für seine Mitglieder eine Führungszahl, die alle zwei Monate in der sogenannten Führungsliste veröffentlicht wird. In England gibt es als Wertungszahl das sogenannte ECF Grading der "English Chess Federation". In den USA ist unter Amateuren das USCF-Rating verbreitet, das ähnlich dem Glicko-System berechnet wird.

Mehr zu den einzelnen Wertungszahlen:

Beispiel der Berechnung



Ein vereinfachendes Beispiel soll das Prinzip für die Elo-Wertung erläutern (für andere Wertungen gilt dieses Beispiel im Prinzip genauso).

Angenommen, Spieler A habe eine höhere Elo als Spieler B. Spieler A ist also stärker als Spieler B. Nun spielen A und B gegeneinander. Die Partie soll ausgewertet werden.

  • A gewinnt die Partie: Dieses Ergebnis wurde erwartet. Die Elo von A erhöht / verbessert sich um einen kleinen Betrag, die Elo von B reduziert / verschlechtert sich um einen kleinen Betrag.

  • B gewinnt die Partie: Dieses Ergebnis ist eine große Überraschung. B wird für die nicht erwartete Leistung mit einem großen Zuwachs seiner Elo belohnt. Die Elo von A reduziert sich erheblich.

  • Die Partie endet remis: Auch dies ist eine (kleine) Überraschung. Die Elo von B erhöht sich etwas, allerdings nicht so stark wie bei einem Gewinn der Partie. Die Elo von A wird etwas reduziert.

Um welchen Betrag sich eine Elo ändert, hängt größtenteils von der Elo-Differenz der Spieler A und B ab. Weitere Faktoren, die hinzukommen, sind ob ein Spieler schon 30 ausgewertete Partien hat oder ob er schon einmal die Grenze von 2400 Elo überschritten hat.

Beziehung zwischen den Wertungszahlen


Teilweise können Näherungsformeln für die Umrechnungen angegeben werden:
  • Eine FIDE-Elo-Zahl ist meistens größer als eine DWZ, dieser Unterschied hängt aber auch stark von der DWZ der Spieler ab.
Ab 2300 ist er eher marginal, darunter wird er immer größer, im Bereich DWZ 1900-2000 hat er vor der Absenkung der Elo meist ca. 100 Punkte betragen, wird aber durch die stetige Absenkung der Elo kleiner, da jetzt auch schlechtere Turnierergebnisse mit einbezogen werden, früher hingegen nur die guten. Trotzdem existieren gerade auch darunter riesige Unterschiede bei einzelnen Spielern mit DWZ und Elo, die bedingt durch die Absenkung der Grenzen entstanden sind.
Eine konkrete Formel kann nicht angegeben werden. Beide Zahlen werden prinzipiell nach denselben Formeln (mit minimalen Unterschieden) berechnet. Die Unterschiede kommen zustande, weil
  1. die DWZ und die Elo-Zahlen auf unterschiedlicher Datenbasis beruhen. Dabei gehen in die Elo-Zahl tendenziell nur höherwertige Turniere bzw. Partien gegen stärkere Gegner ein.
  2. die FIDE-Elo eine Untergrenze von zur Zeit 1200 kennt. Wer darunter fällt, hat plötzlich keine Elo-Zahl mehr, was dazu führt, dass Elo-Zahlen inflationär werden und höher sind als die nationalen Wertungen, die diese Grenze nicht haben.
  3. Spieler in der Regel erst nach Erreichen eines gewissen Leistungsniveaus Elo-gewertete Turniere spielen. In der DWZ müssen sie hingegen Leistungen aus ihrer Zeit als "Anfänger" bzw. aus Kinder- und Jugendturnieren "mitschleppen".
  • Ob durch die schrittweise Abgrenzung der Elo-Untergrenze nationale Wertungssysteme überflüssig werden, ist nicht absehbar.

  • Turnierwertungszahl (TWZ)


    Als Turnierwertungszahl (TWZ) bezeichnet man die innerhalb eines konkreten Turniers - z. B. zur Erstellung der Startrangliste (für das Schweizer System) - verwendete Wertungszahl. Dies wird notwendig, wenn nicht alle Teilnehmer über Wertungszahlen aus dem gleichen System (ELO, DWZ usw.) verfügen. In Deutschland ist es üblich, bei Vorliegen beider Zahlen die höhere Wertungszahl zu verwenden. Auch nationale Wertungszahlen anderer Länder oder anderer Verbände (z. B. Fachvereinigung Schach im Betriebssportverband Berlin-Brandenburg) können hier berücksichtigt werden.




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    Artikel Nr 1330 / letzte Änderung am 28.12.2012, 13:13Uhr

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