Edward Lasker[ bearbeiten ]

Edward Lasker (* 3. Dezember 1885 in Berlin, † 25. März 1981 in New York City) war ein US-amerikanischer Schach- und Go-Meister deutscher Herkunft.

Lasker, ein ausgebildeter Mathematiker und Ingenieur im Maschinenbau, lebte zunächst in Berlin, wo er 1909 Berliner Stadtmeister wurde und 1911 sein erstes Schachbuch Schachstrategie herausgab. Aus beruflichen Gründen zog er nach London, wo er 1914 Londoner Stadtmeister wurde.

1914, kurz vor Ausbruch des Ersten Weltkrieges, zog Lasker in die USA, wo er als Elektroingenieur Arbeit fand. In den USA gilt er als der erste Popularisator des Go-Spiels, das er bereits während seiner Berliner Zeit mit Felix Dueball, dem besten deutschen Go-Meister, spielte und in dem er für lange Jahre der beste Spieler der neuen Welt war. Zwischen 1916 und 1921 wurde er fünfmal Sieger der Offenen US-Meisterschaft im Schach, ehe er 1921 die US-Staatsbürgerschaft erhielt. 1923 verlor er einen Wettkampf gegen Frank James Marshall nur knapp mit 8,5-9,5 (+4-5=9).

Lasker, der seinen Höhepunkt im Schach in den 20er Jahren hatte, aber niemals Berufsspieler wurde, schrieb einige Schach- und Go-Bücher, die sich nach wie vor großer Beliebtheit erfreuen. Er war nach eigener Aussage weitläufig mit dem Schachweltmeister Emanuel Lasker verwandt. Wegen der Namensähnlichkeit wurden Partien der beiden gelegentlich in Schachpublikationen verwechselt.

Die FIDE verlieh Lasker nach dem Zweiten Weltkrieg den Titel Internationaler Meister. Im Alter von 95 Jahren starb er in New York.

Partie

Edward Lasker gewann eine der bekanntesten und schönsten Schachpartien der Schachgeschichte. Im Jahre 1912 traf er auf einem lokalen Turnier in London auf den Meister George Alan Thomas. Die weißen Steine führend, gelang Lasker ein glänzendes Damenopfer, das nach einer erzwungenen Folge zum undeckbaren Matt führte. Der letzte Zug von Weiß, der gleichzeitig matt setzte, war die lange Rochade:

Lasker – Thomas, London 1912
1.d2-d4 f7-f5
Die Holländische Verteidigung.
2.e2-e4
Lasker spielt das Staunton-Gambit, eine der schärfsten Vorgehensweisen gegen die Holländische Verteidigung.
2...f5xe4 3.Sb1-c3 Sg8-f6 4.Lc1-g5 e7-e6 5.Sc3xe4 Lf8-e7 6.Lg5xf6 Le7xf6 7.Sg1-f3 0–0 8.Lf1-d3 b7-b6 9.Sf3-e5 Lc8-b7 10.Dd1-h5 Dd8-e7?


Stellung nach dem 10. Zug von Schwarz

Nach diesem Fehler gewinnt Weiß forciert durch ein spektakuläres Damenopfer. Die Züge von Schwarz sind nun bis zum Matt im 18. Zug erzwungen. Lasker hat alles gründlich durchgerechnet.
11.Dh5xh7+!! Kg8xh7 12.Se4xf6+ Kh7-h6
Dieses Vorgehen ist erwungen. Ginge der König nach h8, so setzte Weiß mit 13.Se5-g6 matt!
13.Se5-g4+
Der schwarze König wird jetzt über das ganze Brett gejagt und findet sich zum Schluß auf der weißen Grundreihe wieder.
13...Kh6-g5 14.h2-h4+ Kg5-f4 15.g2-g3+ Kf4-f3 16.Lf1-e2+
Einen Zug schneller gewann hier 16.0-0, aber dann käme es nicht zu dem kuriosen Matt im 18. Zug. Lasker hat dies gewiß gesehen, wollte sich aber nicht die Gelegenheit entgehen lassen, eine Partie für die Lehrbücher zu spielen.
16...Kf3-g2 17.Th1-h2+ Kg2-g1 18.0-0-0 Matt.
Diese Stellung verdient ebenfalls ein Diagramm:

Stellung nach dem 18. Zug von Weiß

Literatur
  • Schachstrategie (1911)
  • Chess and Checkers: the Way to Mastership (1919)
  • Go and Go-Moku (1934)
  • Chess for fun and for blood (1942)
  • Modern Chess Strategy (1945)
  • The Adventure of Chess (1949)
  • Chess Secrets I learned from the masters (1951)


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Artikel Nr 970 / letzte Änderung am 04.07.2005, 23:58Uhr

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