Evans Gambit abgelehnt[ bearbeiten ]
ECO: C51
Thema Nr: 1156
Titel: Evans Gambit abgelehnt
Notation: 1. e4 e5 2. Nf3 Nc6 3. Bc4 Bc5 4. b4
Brett: zeigen
Beim Evans-Gambit oder Gambit des Kapitän Evans handelt es sich um eine Eröffnung des Schachspiels, die in mehrere Varianten unterteilt wird. Das Evans-Gambit zählt zu den Offenen Spielen.

Jede seiner Hauptvarianten beginnt mit folgenden Zügen:
1.e2-e4 e7-e5 2.Sg1-f3 Sb8-c6 3.Lf1-c4 Lf8-c5 4.b2-b4. Das Evans-Gambit entwickelt sich aus der Italienischen Partie.

Hintergrund und Idee des Gambits

Diese Eröffnung wird nach ihrem Erfinder, dem Schiffskapitän William Davies Evans benannt.

Sollte der Schwarzspieler das Gambit annehmen, so erhält Weiß einigen Entwicklungsvorsprung und vorerst ein sogennantes Vollzentrum, da er durch den Zeitgewinn zu dem Bauern auf e4 noch einen Weiteren nach d4 stellen kann. Beispielhaft hierfür die folgende Variante:

1.e2-e4 e7-e5 2.Sg1-f3 Sb8-c6 3.Lf1-c4 Lf8-c5 4.b2-b4 Lc5xb4 5.c2-c3 Lb4-a5 6.d2-d4 d7-d6

Eine andere Möglichkeit ist eine Ablehnung des Gambits durch den Zug 4...Lb6, wonach der Weißspieler Raum am Damenflügel gewinnt.

Praxis auf Großmeisterniveau

Obwohl auf der Ebene der Großmeister die Ablehnung des Gambits zuletzt gute Resultate für Schwarz einbrachte, wird das Bauernopfer meistens angenommen. Die Resultate hierbei sind sehr unterschiedlich, allgemein werden allerdings auch diese Varianten als ausreichend für Schwarz angesehen.

Bemerkenswert ist, dass sowohl Bobby Fischer als auch Garri Kasparow, beides sonst treue Anhänger der Spanischen Partie mit Weiß, dieses Gambit als spielbar erachteten und im Laufe ihrer Karriere einige Male einsetzten. Als Kasparow im Jahre 1995 erstmals die damals fast völlig aus der Turnierpraxis verschwundene Eröffnung erfolgreich gegen Viswanathan Anand einsetzte, kam es zu einem Wiederaufleben des Evans-Gambit. Seitdem ist es zwar selten, aber in regelmäßigen Abständen in der Großmeisterpraxis wiederzufinden.

Eröffnungsfallen & Mattfehler

1. Miniatur

Die nachfolgende Partie wurde 1829 zwischen Kapitän Evans und MacDonnell in London gespielt. Es ist die ursprüngliche Variante, die Zugumstellung von 5.b2-b4 auf den vierten Zug erfolgte erst zu späterer Zeit.
4.0-0 d7-d6
5.b2-b4 Lc5xb4
6.c2-c3 Lb4-a5
7.d2-d4 Lc8-g4
8.Dd1-b3 Dd8-d7
9.Sf3-g5 Sc6-d8
10.d4xe5 d6xe5
11.Lc1-a3 Sg8-h6
12.f2-f3 La5-b6+
13.Kg1-h1 Lg4-h5
14.Tf1-d1 Dd7-c8
15.Td1xd8+!
Dieses Turmopfer entscheidet bereits die Partie.
15. ... Dc8xd8
16.Sg5xf7 Dd8-h4
17.Db3-b5+ c7-c6
18.Db5xe5+ Ke8-d7
19.De5-e6+ Kd7-c7
20.Lae-d6#

2. Miniatur

Die Partie wurde 1862 zwischen Wilhelm Steinitz und Pilhal in Wien gespielt. Besonderes Augenmerk sollte man auf das dreifache Bauernopfer richten, wodurch Weiß geschickt die Rochade des Schwarzen Spielers unterminiert.
4. ... Lc5xb4
5.c2-c3 Lb4-a5
6.0-0 Sg8-f6?
7.d2-d4
Das zweite Bauernopfer
7. ... e5xd4?
8.Lc1-a3 d7-d6
9.e4-e5!
Das dritte Bauernopfer
9. ... d6xe5
10.Dd1-b3 Dd8-d7
11.Tf1-e1 Dd7-f5
12.Lc4-b5 Sf6-d7
13.Db3-d5 La5-b6
14.Sf3xe5 Sc6-e7
15.Se5xd7 Df5xd5
16.Sd7-f6+ Ke8-d8
17.La3xe7#

3. Miniatur

Die nachfolgende Partie wurde 1942 in New York zwischen Helms und Tenner gespielt.
4. ... Lc5-b6
5.a2-a4 a7-a6
6.a4-a5 Lb6-a7
7.b4-b5 a6xb5
8.Lc4xb5 Sg8-f6
9.Lc1-a3! Sf6xe4?
10.Dd1-e2 Se4xf2
11.Sf3xe5! Sc6-d4
12.Se5xd7+!! Sd4xe2
13.Sd7-f6#



Einordnung: Themenauswahl | Evans Gambit abgelehnt
Artikel Nr 15 / letzte Änderung am 06.07.2005, 23:49Uhr

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