Frank Marshall (Schachspieler)[ bearbeiten ]


Frank James Marshall (* 10. August 1877 in New York City; † 9. November 1944 ebenda) war ein US-amerikanischer Schachspieler.

Marshall wuchs in Montral auf wo er auch das Schachspiel erlernte. Später übersiedelte die Familie nach New York.

Der internationale Durchbruch gelang Marshall im Jahre 1900, als er im Meisterturnier von Paris Emanuel Lasker schlug und sich zusammen mit Harry Nelson Pillsbury den zweiten Platz teilte.

Zwischen 1909 und 1936 galt er als bester Spieler der USA, allerdings mit wechselhaften Leistungen. Sein wohl größter Erfolg in internationalen Turnieren war der Sieg in Cambridge Springs 1904 vor Weltmeister Emanuel Lasker, dem er sich bei einem Wettkampf um die Schachweltmeisterschaft im Jahre 1907 allerdings deutlich, mit 3,5:11,5 bei 8 Niederlagen und 7 remis, ohne einen Sieg geschlagen geben musste. 1906 gewann er das Meisterturnier in Nürnberg. 1936 gab er den Titel des Landesmeisters der USA freiwillig zurück, sein Nachfolger wurde Samuel Reshevsky.

Marshall hatte den Ruf, in seinen Partien äußerst gewitzte Opfer anzubringen, man sprach respektvoll von Marshall-Schwindeln. Den Kontakt zur Basis hat er jedoch nie verloren. Oft spielte er Simultanturniere gegen Hobbyspieler - 1916 spielte er gar als erster Schachspieler überhaupt gegen einhundert Gegner gleichzeitig. Er gründete den renommierten und heute noch bestehenden Marshall Chess Club in New York, der nach seinem Tode von seiner Frau Carrie († 1971) geleitet wurde.

Nach ihm ist eine Variante der Spanischen Partie - der Marshall-Angriff, eine scharfe
Gambit-Eröffnung - benannt worden, sowie die Marshall-Verteidigung im Damengambit.

In seiner Partie gegen Lewitzky in Breslau 1912 spielte Marshall einen der brillantesten Züge der Schachgeschichte:



Der letzte Zug von Weiß war 23. Te5-c5. Marshall als Schwarzer hat momentan eine Figur mehr, aber sowohl seine Dame als auch der Turm auf h3 sind angegriffen. Es folgte der spektakuläre Zug 23. ... Dc3-g3!! Dies droht Matt durch Dg3xh2. Weiß kann die Dame nun auf drei verschiedene Arten schlagen, verliert aber in allen Varianten: Auf 24. h2xg3 setzt Sd4-e2 sofort Matt, auch 24. f2xg3 verbietet sich wegen Matt in zwei Zügen. Auf 24. Dg5xg3 folgt Sd4-e2+ 25. Kg1-h1 Se2xg3+ 26. Kh1-g1 Sg3xf1 mit leicht gewonnener Stellung. Weiß gab daher auf.

Wie Marshall selbst in seiner Autobiographie My fifty years of chess (1942) schildert, waren die Zuschauer von diesem Partieschluß derart begeistert, daß sie Goldmünzen auf das Schachbrett warfen.

Bei seinen Europa-Reisen führte Marshall stets einen Revolver bei sich, weil er Überfälle befürchtete.

Zitat

I have been playing chess for over fifty years. I started when I was ten years old, and I am still going strong. In all that time I don´t believe a day has gone by that I have not played at least one game of chess - and I still enjoy it as much as ever. [URL=http://www.chesshistory.com/winter/index.html Quelle]Chess Notes No. 3741[/URL]

Literatur
  • Andrew Soltis: Frank Marshall, United States Chess Champion. McFarland, Jefferson 1994. ISBN 0-899950-887-1
  • John S. Hilbert: Young Marshall. Moravian Chess, Olomouc 2002. ISBN 80-7189-438-9


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Artikel Nr 245 / letzte Änderung am 30.06.2005, 17:19Uhr

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