Viktor Kortschnoi[ bearbeiten ]


Viktor Kortschnoi (ehemals russisch Виктор Львович Корчной, wiss. Transliteration Viktor Lvovi Kornoj; * 23. Mrz 1931 in Leningrad) ist ein schweizerischer Schachspieler, der 1976 aus der UdSSR emigrierte.

Er errang den Gromeistertitel 1956 und zhlt seitdem zu den besten Spielern der Welt. Fnfmal gewann er den Titel des UdSSR-Meisters. 1976, anllich eines internationalen Turniers in Amsterdam, emigrierte er. Er lie in der UdSSR seine Ehefrau und seinen Sohn zurck. Mit Hilfe der [W=113|FIDE[/W] versuchte er danach, fr seine Familie eine Ausreisegenehmigung zu erhalten. Zunchst hielt er sich in den Niederlanden, dann in der Schweiz auf, fr die er seitdem bei Turnieren antritt. Nach seiner Emigration entsandte die sowjetische Schachfderation ihre eigenen Gromeister nur noch zu Turnieren, bei denen Kortschnoi nicht ebenfalls eingeladen war.
Diese Praxis wurde erst 1984 wieder aufgehoben, nachdem Kortschnoi auf einen kampflosen Sieg im Kandidatenhalbfinale 1983/1984 gegen Garri Kasparow verzichtet hatte und u. a. zu der Bedingung, dass er knftig zu Turnieren mit sowjetischer Beteiligung eingeladen wrde, gegen ihn antrat. Kortschnoi unterlag Kasparow mit 4-7.

1974 unterlag er im Kandidatenfinale gegen Karpow, der ein Jahr spter kampflos Weltmeister wurde. Im Kandidatenturnier 1977/78 besiegte er Tigran Petrosjan, Lew Polugajewski und im Finale Boris Spasski und qualifizierte sich so fr das Weltmeisterschafts-Match gegen Anatoli Karpow.

Sein Wettkampf um die Schachweltmeisterschaft 1978 in Baguio (Philippinen) gegen Anatoli Karpow fand in einem politisch angeheizten Klima statt: Kortschnoi machte Karpow, der ein gutes Verhltnis zur sowjetischen Fhrung hatte, fr die politischen Verhltnisse in der UdSSR mitverantwortlich. Im Ergebnis verlor er knapp mit 5-6 bei 21 Unentschieden.

Im nchsten Kandidatenturnier 1980/81 bezwang Kortschnoi erneut Petrosjan und Polugajewski sowie im Finale Robert Hbner und qualifizierte sich erneut fr das WM-Finale gegen Karpow. Auch 1981 in Meran konnte er den Titel gegen Karpow nicht gewinnen.

Bis heute nimmt er auf hohem Niveau an Schachturnieren teil. Sein kompromissloser Stil brachte ihm den Spitznamen "Viktor der Schreckliche" ein.

Literatur
  • Viktor Kortschnoi: Ein Leben fr das Schach. Rau-Verlag, Dsseldorf 1978. ISBN 3-7919-0170-2
  • Viktor Kortschnoi: Meine besten Kmpfe. 1952 bis 1988. Rau-Verlag, Dsseldorf 1978. ISBN 3-7919-0177-X
  • Viktor Kortschnoi: Praxis des Turmendspiels. Olms-Verlag, Zrich 1999. ISBN 3-283-00287-8
  • Viktor Kortschnoi: Meine besten Kmpfe, Bd. 1, Partien mit Wei. Olms-Verlag, Zrich 2001. ISBN 3-283-00407-2
  • Viktor Kortschnoi: Meine besten Kmpfe, Bd. 2, Partien mit Schwarz Olms-Verlag, Zrich 2001.
  • Viktor Kortschnoi: Mein Leben fr das Schach. Olms-Verlag, Zrich 2004. ISBN 3-283-00409-9



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Artikel Nr 327 / letzte Änderung am 30.06.2005, 20:56Uhr

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