Nicolas Rossolimo[ bearbeiten ]

Nicolas Rossolimo (* [28. April 1910 in Kiew als Nikolai Spirodonowitsch Rossolimo; † 24. Juli 1975 in New York City) war ein französisch-amerikanischer Schachspieler.

Leben

Sein Vater Spiridon war Grieche, seine Mutter Xena Russin. Seine Kindheit verbrachte er in Moskau und erlernte dort das Schachspielen. In den Wirren der Oktoberrevolution wurden seine Eltern getrennt, sein Vater emigrierte in die USA. Zusammen mit seiner Mutter und einem Bruder gelangte er 1929 dank eines griechischen Passes nach Frankreich.

Seine ersten großen schachlichen Erfolge hatte er bei Turnieren in Paris: 1938 wurde er Zweiter hinter Exweltmeister José Raúl Capablanca, 1939 gewann er vor Savielly Tartakower. Nach dem Zweiten Weltkrieg erhielt er die französische Staatsbürgerschaft und wurde Berufsschachspieler. Er gewann 1948 die Landesmeisterschaft von Frankreich sowie das Traditionsturnier in Hastings. In den folgenden Jahren setzte er seine Erfolgsserie durch erste Plätze in Southsea 1949, vor Ludìk Pachman, und Gijón 1950 fort.
Bei der Schacholympiade 1950 spielte er für Frankreich am zweiten Brett hinter Tartakower, gegen den er zuvor in zwei Wettkämpfen jeweils ein Unentschieden erreicht hatte: 1948 mit 1:1 bei 8 Remisen, 1949 mit 5:5.

1953 wurde er Großmeister. Im gleichen Jahr ging er in die USA, wo er seinen Lebensunterhalt als Taxifahrer und Schachtrainer verdiente. Sein Chess Studio in Greenwich Village galt als beliebter Intellektuellentreff, u.a. verkehrte dort Marcel Duchamp. Ausserdem verkaufte Rossolimo eine selbstproduzierte Schallplatte mit russischer Folklore.

1955 gewann er in Long Beach (Kalifornien) die Offene Schachmeisterschaft der USA vor Samuel Reshevsky und erhielt als Preis ein Auto. Die USA vertrat er bei den Schacholympiaden 1958, 1960 und 1966. Zeitweise lebte er aber wieder in Frankreich, für das er 1972 seine letzte Schacholympiade bestritt. Er starb in New York an den Folgen eines Treppensturzes.

Er war mit Vera, einer russischen Emigrantin, verheiratet und hatte einen Sohn Alexander. Neben Schach betrieb er auch Jūdō und brachte es dort bis zum Braungurt.

Nach ihm ist eine Variante der Sizilianischen Verteidigung benannt, die nach 1. e2-e4 c7-c5 2. Sg1-f3 Sb8-c6 3. Lf1-b5 entsteht und auch heute noch oft in der Meisterpraxis angewandt wird.

Seine beste Historische Elo-Zahl war 2663.

Partie

Bei einem Turnier in Heidelberg 1949, bei dem er Zweiter hinter Wolfgang Unzicker wurde, gewann er gegen den Deutschen Lothar Schmid mit einem spektakulären doppelten Turmopfer.

Schmid - Rossolimo

1.e2-e4 e7-e5 2.Sg1-f3 Sb8-c6 3.Lf1-b5 a7-a6 4.Lb5-a4 Sg8-f6 5.0-0 Lf8-e7 6.Tf1-e1 b7-b5 7.La4-b3 0-0 8.c2-c3 d7-d6 9.h2-h3 a6-a5 10.d2-d4 e5xd4 11.Sf3xd4 Sc6xd4 12.c3xd4 Lc8-b7 13.Lb3-c2 c7-c5 14.a2-a4 b5-b4 15.Sb1-d2 c5xd4 16.Sd2-b3 d6-d5 17.e4-e5 Sf6-e4 18.Sb3xd4 f7-f6 19.Sd4-e6 Dd8-b6 20.Lc2xe4 Db6xe6 21.e5xf6 d5xe4 22.f6xe7 De6xe7 23.Dd1-b3+ Kg8-h8 24.Lc1-e3 Ta8-a6 25.Ta1-c1 Ta6-g6 26.Tc1-c5 De7-h4 27.Kg1-h2 Tg6xg2+ 28.Kh2xg2 Tf8xf2+ 0-1


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Artikel Nr 364 / letzte Änderung am 26.06.2005, 20:39Uhr

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