Deutscher Schachbund[ bearbeiten ]

Der Deutsche Schachbund (DSB) ist die Dachorganisation der Schachspieler in Deutschland. Er ist Mitglied im Deutschen Sportbund und seit 1926 im Weltschachverband FIDE.

Gründung und Aufbau einer Organisation

Der DSB wurde 1877 in Leipzig gegründet. Er hat derzeit etwa 94.000 Mitglieder in 3000 Vereinen und gehört damit zu den größten Schachverbänden der Welt. Zum DSB gehören 17 Landesverbände, der Deutsche Blindenschachbund (DBSB) sowie seit 1972 die 1924 gegründete Schwalbe (Vereinigung für Freunde des Problemschachs).

Den Anlass zur Gründung des DSB bot 1877 die Feier zum 50-jährigen Schachjubiläum des hoch geachteten deutschen Spitzenspielers Adolf Anderssen, der in seiner Festrede sagte: Das leitende Motiv zur Veranstaltung dieses Festes war keineswegs die Absicht einer bloßen Ovation, sondern ein anderes. Schon seit Jahren schwebt die Idee eines allgemeinen deutschen Schachbundes gewissermaßen in der Luft - oder wenigstens in der gesunden Leipziger Stadtluft, denn von Leipzig gingen die ersten Bemühungen zur Verwirklichung einer solchen Idee aus; und nur darum fand der Vorschlag, mein Jubiläum zu feiern, sofortigen Anklang, weil man sich von dieser Feier die Wirkung einer allgemeinen Zusammenkunft aller deutschen Schachkontingente versprach und durch die bloße Voraugenstellung eines so großartigen Schauspiels dem bezweckten Unternehmen Freunde und Fürsprecher zu erwecken und so den Grundstein für die künftige deutsche Schacheinheit zu legen hoffte. Möchte doch diese Hoffnung nicht fehlschlagen! Denn es wäre nichts vorteilhafter für den Aufschwung des deutschen Schachspiels, als der bisherigen Zersplitterung der Kräfte und Bestrebungen ein Ende zu machen, und ich würde mich glücklich schätzen, wenn ich die unschuldige Veranlassung zu dieser für das Schach so ersprießlichen Schöpfung gewesen wäre.

Zwischen 1879 und 1914 veranstaltete der DSB alle zwei Jahre Meisterturniere, die auch für ausländische Spieler offen waren und zu den stärksten Turnieren ihrer Zeit gehörten. Später waren nur noch deutsche Spieler zugelassen. Neben dem Meisterturnier wurden jeweils sogenannte Hauptturniere ausgetragen, deren Sieger sich für die Teilnahme an künftigen Meisterturnieren qualifizierten. Fast alle bedeutenden Spieler dieser Epoche, unter anderen Siegbert Tarrasch, Emanuel Lasker und Aaron Nimzowitsch, nahmen zu Anfang ihrer Karriere an diesen Turnieren teil.

Arier-Erlass / Gleichschaltung 1933

In der Zeit des Nationalsozialismus war der DSB gleichgeschaltet. Der verdienstvolle Präsident des DSB Walter Robinow wurde bereits im April 1933 zum Rücktritt genötigt. Der neu eingesetzte linientreue Bundesleiter Otto Zander erklärte in einer seiner ersten öffentlichen Äusserungen: Juden können wir zu unserer Arbeit nicht brauchen, sie haben aus den Vereinen zu verschwinden.

Nach dem 2. Weltkrieg

Nach dem [2. Weltkrieg gab es einen eigenen Schachverband der DDR. Nachdem 1953 nochmals ein Gesamtdeutsches Meisterturnier durchgeführt wurde, welches Wolfgang Unzicker gewann, gab es bis zur Wiedervereinigung der beiden Verbände im September 1990 getrennte Meisterschaften.

Höhepunkte der Organisationstätigkeit des DSB waren die Schacholympiaden in München 1958 und Siegen 1970.

Präsidenten des Deutschen Schachbundes
Hermann Zwanzig1877-1894
Max Lange1894-1899
Cornelius Trimborn1899-1900
Rudolf Gebhard1900-1920
Walter Robinow1920-1933
Otto Zander1933-1938
Erhardt Post1939-1945
Richard Czaya1950-1951
Emil Dähne1951-1968
Ludwig Schneider1969-1975
Alfred Kinzel1975-1983
Heinz Hohlfeld1983-1989
Egon Ditt1989-2001
Alfred Schlya2001 -


Landesverbände
  1. Badischer Schachverband
  2. Bayerischer Schachbund
  3. Berliner Schachverband
  4. Landesschachbund Brandenburg
  5. Landesschachbund Bremen
  6. Hamburger Schachverband
  7. Hessischer Schachverband
  8. Landesschachverband Mecklenburg-Vorpommern
  9. Niedersächsischer Schachverband
  10. Schachbund Nordrhein-Westfalen
  11. Schachbund Rheinland-Pfalz
  12. Saarländischer Schachverband
  13. Schachverband Sachsen
  14. Landesschachverband Sachsen-Anhalt
  15. Schachverband Schleswig-Holstein
  16. Thüringer Schachbund
  17. Schachverband Württemberg

Siehe auch


Literatur

  • Alfred Diel: Schach in Deutschland. Düsseldorf: Rau, 1977


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Artikel Nr 226 / letzte Änderung am 22.06.2005, 22:31Uhr

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