Mark Jewgenjewitsch Taimanow[ bearbeiten ]

Mark Jewgenjewitsch Taimanow (Марк Евгеньевич Тайманов, wiss. Transliteration evič Tajmanov; * 7. Februar 1926 in Charkiw) ist ein russischer Pianist und Schachspieler.

Pianist


Seine pianistische (und schachliche) Ausbildung erhielt Taimanow als Jugendlicher in Leningrad. Seit seinem zwlften Lebensjahr spielte er gemeinsam mit seiner spteren Ehefrau Ljubow Alexandrowna Bruk (1926-1996) Werke fr zwei Klaviere. Beide wurden von Samari Sawschinsky unterrichtet. Zwischen 1941 und 1944 wurden die Leningrader Musikschule und das Konservatorium infolge der deutschen Invasion nach Taschkent verlegt. 1948 schloss Taimanow sein Klavierstudium mit Auszeichnung ab.

Das Duett Bruk & Taimanow begann eine umfangreiche Konzertttigkeit in der Sowjetunion, nahm sein gesamtes Repertoire (Werke fr zwei Klaviere) fr Melodyia auf Schallplatten auf und wurde so auch auerhalb der Sowjetunion bekannt. Es folgten Auslandsgastspiele in der DDR, Ungarn und der Tschechoslowakei. Anfang der 1970er Jahre trennte sich das Ehepaar, was gleichzeitig das Ende des gemeinsamen Musizierens bedeutete. Taimanow konzertierte fortan als Solist.

Im Jahre 1998 erschien bei Philips in der Reihe Die grten Pianisten des 20. Jahrhunderts eine Doppel-CD (Nr. 456 736-2) mit Aufnahmen des Duos Bruk & Taimanow aus den Jahren zwischen 1959 und 1968.

Schachspieler


Taimanow nahm an 23 Meisterschaften der Sowjetunion teil und konnte 1952, geteilt mit Michail Botwinnik, sowie 1956 (nach Stichkampf) den ersten Platz erringen. 1953 wurde er Gromeister. 1956 war er Mitglied der siegreichen Schachmannschaft der Sowjetunion bei der Schacholympiade in Moskau.

1971 wurde er im Kandidatenturnier, einem Qualifikationswettkampf zur Schachweltmeisterschaft, von Robert James Fischer vernichtend mit 0-6 geschlagen. Daraufhin fiel er bei den sowjetischen Behrden in Ungnade und durfte jahrelang keine internationalen Turniere mehr spielen. Erst als andere Spieler ebenfalls deutlich gegen Fischer verloren, wurden die Sanktionen schrittweise wieder aufgehoben.
Taimanow kommentierte dies mit den Worten: Jetzt bleibt mir nur noch die Musik.

1993 und 1994 wurde er zum vershnlichen Abschluss seiner langen Karriere zweimal Seniorenweltmeister.

Taimanow gilt als ausgezeichneter Erffnungstheoretiker. In der Sizilianischen Verteidigung ist die Variante 1.e4 c5 2.Sf3 e6 3.d4 cxd4 4.Sxd4 Sc6 nach ihm benannt.

Seine beste historische Elo-Zahl betrgt 2742. Diese erreichte er im Januar 1957.

Privates


2004 wurde Taimanow im Alter von 78 Jahren Vater von Zwillingen, die seine vierte Ehefrau Nadja gebar.

Bedeutende Partien


Taimanow - Fischer, 1971

46. Tf1xf6?? De4-d4+ (0-1)

Karpow - Taimanow, 1977

38. ... Sf5-g3+!! (0-1)

Das erste Diagramm zeigt die fnfte Partie seines fr Taimanow verhngnisvollen Kandidatenwettkampfs gegen Robert James Fischer nach 45. ... Kg7-h6. In der Diagrammstellung steht Wei nicht schlechter und die Partie sollte remis enden. Taimanow, der bereits hoffnungslos mit 0-4 zurcklag unterlief ein schwerer Fehler, der auf seinem Niveau unter normalen Umstnden unverstndlich wre: mit 46. Tf1xf6?? schlgt Taimanow einen schwarzen Bauern, verliert aber nach dem Doppelangriff 46. ... De4-d4+ auf seinen Knig und seinen Turm einen ganzen Turm und gab auf.

Das zweite Diagramm zeigt die Partie zwischen dem damaligen Schachweltmeister Anatoli Karpow und Taimanow beim internationalen Jubilumsturnier in Leningrad 1977 nach 37. Tb3-b1. Mit der Kombination 38. ... Sf5-g3+!! entschied Taimanow die Partie fr sich. Nach 39. h2xg3 wre 39. ... Ta1-a8 gefolgt, wonach Wei keine ausreichende Verteidigung gegen die Drohung 40. ... Ta8-h8 matt besitzt. Auch nach 39. De1xg3 Ta1xb1 ist Wei verloren. Karpow gab auf. Taimanow selbst schrieb 1989: Dieses effektvolle Finale im Zweikampf mit dem damals fast unbesiegbaren Weltmeister ist bis heute der Stolz meines Schachschaffens.

Verffentlichungen


1993 verffentlichte er ein Buch (Я был жертвой Фишера, Ich war das Opfer Fischers) ber das fr ihn so dramatische Match gegen den Amerikaner.

Im Jahre 2003 erschien in Sankt Petersburg seine Autobiographie (Вспоминая самых-самых...), die noch der bersetzung ins Deutsche harrt.

Er arbeitete an mehreren Bnden der im Sportverlag Berlin erschienenen Reihe Moderne Erffnungstheorie mit und verffentlichte 1989 das Buch Gewinnen mit Sizilianisch (ISBN 3-328-00295-2).


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Artikel Nr 1189 / letzte Änderung am 21.02.2008, 18:54Uhr

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