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brucybabe

10.02.11, 21:09 Uhr
(Beitraege: 138)
betreff: Denksportaufgabe ganz ohne Schach

"Hallo Schachfreunde,

meine Frage hat zwar nichts mit Schach zu tun, aber vielleicht hat doch jemand eine Idee zur Lösung folgenden Problems:

In dem Thriller "Das perfekte Verbrechen" schießt der Täter aus Eifersucht seiner Frau in den Kopf, worauf diese ins Koma fällt. Er gesteht die Tat, sagt aber vor Gericht, er sei zu diesem Geständnis gezwungen worden - außerdem ist die Tatwaffe nicht aufzufinden, so dass er vom Tatvorwurf des MordVERSUCHS freigesprochen wird.

Nach einiger Zeit lässt er - ganz legal - die lebenserhaltenden Maschinen, an die seine Frau angeschlossen ist, abschalten.

Die Tatwaffe wird schließlich doch gefunden, aber in den USA kann man ja nicht zweimal wegen desselben Verbrechens vor Gericht gestellt werden.

Der Staatsanwalt bringt ihn aber jetzt mit folgender Argumentation erneut vor Gericht:
Als die Frau noch im Koma lag, handelte es sich "nur" um einen MordVERSUCH, durch das Abschalten der Maschinen wurde es zum MORD, also gibt es jetzt einen neuen Anklagepunkt.

Was mich jetzt grübeln lässt: Durch den ersten Freispruch hat man dem Täter doch quasi Schwarz auf Weiß bestätigt, dass er KEINEN Mordversuch begangen hat - auch wenn das nicht den Tatsachen entspricht. Wenn man das bis dato legale (!) Abschalten der Maschine nun jetzt aber als Mord deklariert, setzt das doch einen MordVERSUCH voraus, den er aber laut Freispruch nicht begangen hat, oder?

Mache ich den Denkfehler oder der Drehbuchautor?

Juristen an die Front :-)

LG
Andreas "

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 hape50

11.02.11, 17:32 Uhr
(Beitraege: 7)

Kommentar zum Artikel
Denksportaufgabe ganz ohne Schach von brucybabe
betreff: Re: Denksportaufgabe ganz ohne Schach

"Hallo Andreas, bin zwar auch kein Jurist, aber ich denk mir mal folgendes: es war zuvor schon ein Mordversuch(nur nicht von ihm begangen,nach der Beweislage), wurde also durch das Abschalten der Geräte zum Mord, diesmal von ihm vollendet.
Ist zwar alles Fantasy,aber sollte ja auch nur ein spannender Film sein.
Gruss
Hape"

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 bjeu
11.02.11, 22:00 Uhr
(Beitraege: 213)

Kommentar zum Artikel
Denksportaufgabe ganz ohne Schach von brucybabe
betreff: Re: Denksportaufgabe ganz ohne Schach

"... kann man eine Menschen zweimal ermorden ?
Sicher nicht.

Fall 1: Freispruch, wegen fehlenden Nachweises.
Fall 2: legale Tötung ! ...hab da meine Zweifel.
Dann, Gesetzesänderung :
jetzt, Fall 2: illegal.

...also nun Revision im Fall 1 ?
Meines Erachtens nicht.

Zum Fall 2:
siehe: "Nürnberger Gesetze"

bjeu

ps : nochmal in Ruhe den Thriller schaun,
"da doch mal nachhaken"


"

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 brucybabe

12.02.11, 14:07 Uhr
(Beitraege: 138)

Kommentar zum Kommentar
Re: Denksportaufgabe ganz ohne Schach von bjeu
betreff: Re: Re: Denksportaufgabe ganz ohne Schach

"Vielen Dank an Euch beide!"

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 BobbyF4
13.02.11, 22:18 Uhr
(Beitraege: 23)

Kommentar zum Kommentar
Re: Re: Denksportaufgabe ganz ohne Schach von brucybabe
betreff: Re: Re: Re: Denksportaufgabe ganz ohne Schach

"Brucebabe,etwas ganz wichtiges hast du vergessen;als die Frau tot war konnte man nun die Kugel entfernen und so die Tatwaffe identifizieren,das war sein Fehler!!Gruß Stefan"

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 brucybabe

13.02.11, 23:00 Uhr
(Beitraege: 138)

Kommentar zum Kommentar
Re: Re: Re: Denksportaufgabe ganz ohne Schach von BobbyF4
betreff: Re: Re: Re: Re: Denksportaufgabe ganz ohne Schach

"Danke Stefan, das stimmt natürlich.

Ich habe auch die Logik verstanden, dass das Niederschießen "nur" ein Mordversuch war und durch das Abschalten der Maschinen zum Mord wurde - also 2 "verschiedene" Fälle und damit Anklagepunkte.

Wie aber Hopkins im Film sagte, könnte seine tote Frau aus dem Grab steigen und gegen ihn aussagen - all das würde nichts nützen, weil er im ersten Fall ja schon endgültig (!) freigesprochen wurde und auch neue Beweise oder Indizien nichts bringen würden!

Was mich interessierte, war nicht die moralische oder ethische Dimension (da sind wir uns ja alle einig, dass er zur Rechenschaft gezogen werden muss), sondern die rein formal-juristische:

Ist eine Anklage wegen Mordes möglich, OHNE auf den ersten Fall (Mordversuch) Bezug zu nehmen?
Denn das Abschalten der Maschinen wird erst dann zum Mord, wenn es vorher einen Mordversuch gab.

Gedankenspiel: Jemand Unbekanntes hätte seine Frau niedergeschossen und er danach die Maschinen abschalten lassen -> kein Mord! Hat das Gericht den 1. Punkt nicht so ENTSCHIEDEN, AUCH WENN sich nachträglich herausstellt, dass Hopkins zweifelsfrei der Täter war?

P.S.
Ich mache mir diese abstrusen Gedanken nur deshalb, weil mir der Thriller so gut gefiel.

"

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 brucybabe

13.02.11, 23:29 Uhr
(Beitraege: 138)

Kommentar zum Kommentar
Re: Denksportaufgabe ganz ohne Schach von bjeu
betreff: Re: Re: Denksportaufgabe ganz ohne Schach

"O.k., jetzt habe ich es, glaube ich:

Der Rechtsgrundsatz "ne bis in idem" (in den USA "Double jeopardy") besagt ja nur, dass man nicht zweimal wegen der selben Straftat ANGEKLAGT werden kann.

Neue Erkenntnisse aus dem 1. Fall (dem Mordversuch) kann man aber durchaus im Rahmen der Beweisaufnahme im 2. Fall (dem Mord) VERWENDEN.

So, jetzt kann ich mich wieder auf mein schlechtes Schachspiel konzentrieren :-)

Danke an Euch alle!"

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